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Worchester bei Kapstadt
Geschichte und Überblick zu Worchester
Auf dem Rückweg von seiner Erkundigungstour in Richtung des heutigen Beaufort-West kam der Abgesandte von Lord Charles Somerset, Johannes Fischer, durch das Breede-Tal. Der fruchtbare Boden und die schönen Landschaft veranlassten ihn, dem Kapgouverneur davon zu berichten, und der ließ somit 1820 die Ortschaft Worcester gründen. Benannt wurde sie nach Somersets Bruder. Bereits 1822, als die Drostdy (Landvogtei) von Tulbagh (s. S. 642) durch einen Sturm zerstört wurde, entschloss man sich, die neue Drostdy in Worcester zu etablieren. Das Gebäude steht noch heute am Ende der High Street.
Worchester bei Kapstadt
Heute ist Worcester aber eher eine Industrie- und Handelsstadt, die als zentrale „Großstadt“ für das Hex River sowie das Breede-Tal fungiert. Weinabfüllanlagen, Obstmärkte und die großen Brandy-Fabriken bestimmen das wirtschaftliche Leben. In vielen alten Häusern befinden sich jetzt Geschäfte. Obwohl es einige Museen und historische Häuser zu besichtigen gibt, raten wir Ihnen, sich höchstens die KWV-Brandy-Cellars anzusehen und vielleicht noch die Botanical Gardens. Ansonsten sollten Sie sich Ihre Zeit eher aufsparen für die umliegende Landschaft, interessantere Städtchen wie Franschhoek und Stellenbosch sowie die historischen Weingüter dort.
Sehenswürdigkeiten
- KWV-Brandy-Cellar: Der südafrikanische Brandy galt schon seit jeher als ein hervorragender Tropfen, der es allemal mit dem aus Spanien aufnehmen konnte. Der erste Brandy wurde bereits 1672 am Kap destilliert. Der Boykott während der Apartheidzeit hat uns diesen Genuss lange Zeit vorenthalten. Seit Anfang der 1990er Jahre aber wird der südafrikanische Brandy nun auch exportiert, was einen wahren Boom ausgelöst hat. Destillerien im gesamten Weinland und vor allem hier in Worcester haben ihre Produktion seither drastisch heraufgefahren, und Worcester rühmt sich sogar damit, die erste offizielle „Brandy Route“ zwischen Stellenbosch und hier zusammengestellt zu haben (Infos und Broschüren in den Touristenämtern im Weinland). Die weitaus größte Brandy-Destillerie und nach eigenen Angaben die größte der Welt ist „KWV-Brandy-Cellar“. In 120 „Kochern“ wird der Brandy hier hergestellt. Auf der ca. 90-minütigen Führung wird Ihnen die moderne Herstellung erklärt, aber auch die früherer Tage. Zudem wird erläutert, wie die großen, kupfernen Bottiche gefertigt werden. Ein Probeumtrunk beendet schließlich die Führung.Church Street, Führungen Mo–Sa 10h (meist in Afrikaans!) und 14h (meist in Englisch). Deutschsprachige Touren auf Anfrage.
- Kleinplasie Open Air Living Museum: In diesem Open-Air-Museum werden die Handwerkskünste der ersten Pioniere sowie der frühen Landwirtschaft vorgeführt. So gibt es z.B. einen Seifenhersteller, eine alte Farm, einen Schmied und eine Wassermühle. Außerdem wird gezeigt, wie z.B. früher Kerzen gedreht, Korn gemahlen, Kaffee geröstet und Brot gebacken wurden. Interessant auch die Vorführung, wie damals – halblegal – der berüchtigte Whitblits-Schnaps destilliert wurde (siehe auch S. 505).Angeschlossen an den Komplex ist auch eine Reptilienfarm, auf der Sie 30 verschiedene Schlangen sowie Krokodile bewundern können. Es gibt ein Restaurant. Robertson Rd (R60), geöffnet: Mo–Sa 9–16h30, So (keine Vorführungen) 10h30–16h30


