Reisewarnung

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    • Reisewarnung

      Liebe foriker!
      Obwohl das Thema fuer die Betroffenen sehr ernst ist und sehr tief geht, soll es nicht zur allgemeinen und abschliessenden Aussage werden. Jedoch ich bin in Zukunft mal etwas vorsichtiger, wenn ich reise. Die Tuerkei und damit leider auch die TK, ist fuer mich vorerst gestorben. Ich habe vom 14. bis 16. Juli 2016 den Flughafen Attatuerk in Istanbul "geniessen" koennen, bis die Lebensmittel und das Wasser ausgegengen sind, die Boeden zu hart wurden zum liegen, die Ungewissheit an die Nerven ging. Ich ueberlebte zwei Stampedes, verlor die Brille und das Cellphone dabei, aber ich bin heil geblieben... War dann am 17. Juli um 15 Uhr in Kapstadt, endlich! Ich versuche mich zu erholen und das Erlebte zu verarbeiten - so gut es eben geht.
      Cheers
      Battli
      ...aus Somerset West; www.trainmaster48.net
    • Nein Kathi,
      Da begann offensichtlich die Kacke schon zu dampfen, was aber nur "Eingeweihte" wissen konnten. Die Plaetze wurden wohl fuer solche Personen gebraucht, die schnell abhauen mussten (dies ist allerdings reine Spekulation von mir). Interessant ist dabei, dass nur Transfer-Passagiere betroffen waren, nicht Direktreisende!
      Uebrigens ist der Flugbetrieb gemaess AlCha noch immer nicht regulaer, wird wohl noch dauern...
      Cheers
      Battli
      ...aus Somerset West; www.trainmaster48.net
    • Liebe Kapstadt-Gemeinde!
      Um das zuvor Beschriebene etwas genauer zu beleuchten, setze ich hier mal meinen Report ein. Vielleicht kann man darob wenigstens ansatzweise erfassen, was da abgelaufen ist. Ihr wart sicher viel besser orientiert, habt viele Bilder gesehen - wir im Flughafengebaeude hatten keinerlei Verbindung nach Aussen...

      Urlaubserinnerungen, Kapitel 4

      Ich war auf Urlaub in UK, Schweiz und Deutschland. Geflogen bin ich mit Tuerkish Airlines, was ja mein Standard wurde, da die Bedienung und der Komfort stets Fortschritte machte. Jetzt sind gar neue Inneneinrichtungen im Einsatz die Ihresgleichen suchen, inklusive Unterhaltungselektronik, Wifi an Bord(!), usw.
      Ich startete am vergangenen Donnerstag, 14. July (Franzoesischer Nationalfeiertag), in Basel nach Istanbul Attatuerk Airport, als ich noch mitbekam, was da in Nizza geschah: Ein LKW-Fahrer maehte 84 Leute ins Jenseits…
      Die Landung in Istanbul war wie geplant, problemlos und alles nahm seinen gewohnten Lauf, bis – naja, das kommt jetzt:
      Um Mitternacht war Boarding nach Kapstadt via Durban. Ich stand an, war einer der Letzten – wie immer. Ich wurde zurueckgewiesen, ich stand nicht auf der Liste und ueberhaupt fliege man nur nach Durban (?). Ich wurde an ein anderes Gate verwiesen. Dort aber war die Destination Johannesburg, ich hatte keine Chance.
      Was nun? – Helpdesk! Da wurde mir geholfen, es war nun Freitag, der 15. July, morgens um 2 Uhr. Ich bekam einen neuen Boardingpass ausgehaendigt – fuer Samstag… Nun begab ich mich ins Untergeschoss und verliess den Transit-Teil, suchte ein Hotel und wurde dorthin gefahren. Alles soweit paletti, gemuetlich, schoenes Bett, konnte nach Nachzahlung gar Samstag bis 22 Uhr im Zimmer bleiben. Ich hielt es jedoch nicht so lange aus, hatte Hunger und liess mich etwas frueher wieder zum Flughafen fahren. Stau, Polizei, Durcheinander, Gehupe – aber es ging weiter, so “landete” ich denn wieder am vorgesehenen Ort. Die Security war nervoes, die Polizei in Hundertschaften praesent, teilweise mit MP’s bewaffnet. Naja, war auch eine gute Woche zuvor ein Anschlag veruebt worden, sei’s drum.
      Sicherheits –Check, Durchleuchtujnng, Hosengurt weg, usw. Ich war nun wieder im Transit-Bereich, als ich gewahrte, dass die Securitys (in Bordeaux/Grau) die Schleusen abriegelten, alles abschlossen und – nach und nach verschwanden. Auch waren irgendwann saemtliche Flughafenangestellten (in Blau) und TA-Leute (in Grau/Rot) weg, verschwunden. Keine Polizei in ihren Galauniformen patrulierten mehr, nix und wieder nix. An den Screens begannen die roten “Delate”-Schriften zu leuchten und sich zu vermehren. Zwei, drei gruene “Boarding” leuchtete kurzzeitig auf, dann wechselten diese zu “Cancelled”, wie auch alle anderen Felder in dieses so unglueckliche Wort umschlugen… Nichts ging mehr! Es war nun Freitag, der 15. July 2016, etwa 21.30 Uhr.
      Wenigstens konnte man sich noch verpflegen, Wasser einkaufen, was Kleines zu essen bestellen, das dann auch noch eine weile geliefert wurde, bis alles ausverkauft war. Gegen 2 Uhr in der Frueh war dann Schluss – auch das Wasser in den Toiletten floss nicht mehr (Vergiftungsgefahr). Die Leute fanden keine Ruhe, man fragte sich zunehmend, was da im Gange ist. Einmal brach Panik aus, von irgendwo her gab es einen Knall – es war aber nur ein Lagergerstell, das umkippte. Die Menge begann zu laufen, tausend Leute rannten, rissen alles mit was im Wege stand. Ich verkroch mich blitzschell und geistesgegenwaertig unter einen Tisch an der Absperrung zum Securitybereich. Der Spuk legte sich, wie er begann…
      Ich begab mich nun zu einem der Wartebereiche, hockte mich zwischen die besetzten Baenke. Ein Digitalfreak aus Holland, konnte noch ein paar Infos erhaschen, der Tower sei durch eine Army-Einheit besetzt und es herrsche Aufstand, Panzer seien in der Stadt und am Bosporus. Bummmm ! Knall und die Bombe platzte ganz in der Naehe, noch eine und noch eine. Dann hoerte man nur noch das Gehaeule der Kampfflugzeuge. Langsam begann sich die Masse wieder zu regen. Auch ich machte mich auf. Wollte mehr Wasser kaufen, musste dazu auf die Gallerie hinauf, weil unten alles ausverkauft war. Da hockte ich mich bei einem geschlossenen Restaurant auf eine Bank und versuchte mit dem Cellphone was zu erhaschen. Nix da, aber wieder eine Stampede durch irgend etwas Nichtssagendes ausgeloest – und dieses Mal erwischte es auch mich… Ich wurde gerschubst, die Tische und Stuehle wurden umgeworfen, ein Korpus ging in Einzelteile auf, einige Dutzend Aepfel rollten weg und andere Auslage flatterte herum. Ich lag dann zwischen zwei Korpussen, heil aber ohne Brille und ohne Cellphone. Die Brille fand ich wieder, zerkratzt, verbogen – aber noch bedingt brauchbar… Das Cellphone fand ich nicht mehr.
      Draussen flachten die Explosionen der geworfenen Bomben ab, das Grollen entfernte sich, wurde leiser und verschwand dann irgendwann. Darauf hin landeten zwei, drei zivile Flugzeuge. Man konnte sich etwas entspannen, die Rennerei in den Gaengen beruhigte sich, die Voelkerwanderung verlangsamte sich zusehends.
      Ein juengeres Paar schlenderte dahin wo ich auch hin wollte, wir kamen ins Gespraech. Suedafrikaner, die nach Jo’burg gelangen mussten, Montag war wieder Arbeitsbeginn. Den Rest der Nacht verbrachte ich wieder, dieses Mal in Gesellschaft, auf einem harten Boden, das Handgepaeck unterm Kopf. Die Erschoepfung war fortgeschritten, so uebermannte mich der Schlaf. Irgendwann wachte ich wieder auf, die Daemmerung kam herauf, der Tag brach an. Es war nun Samstag, der 16. July 2016, gegen sieben Uhr.
      Man regte sich, legte die noch nicht aufgebrauchten Chips vom Vorabend zusammen fuer ein Fruehstueck. Irgendwo konnte ich noch ein weiters Paeckchen Chips ergattern. So war das Hungergefuehl weg, gar Wasser konnten wir noch teilen. Man legte sich wieder hin, vor der Glaswand zirkulierten wieder oder immer noch die Unrastbaren. Irgendwie konnte ich mich entspannen, ich schlief ein, die beiden aus Bloemfontein schliefen schon frueher wieder. Keine Ahnung wann es war, wachte ich auf, stellte eine Wartereihe hinter der Glaswand fest, weckte die beiden neuen Freunde. Wir fragten uns durch und erfuhren, dass es neue Boardcards geben soll. Wir stellten uns an. Rund zweihundert Meter lang war die Que, wie viele Menschen koennten das sein? 200, 300? Keine Ahanung. Im Nachhinein stellte sich heraus, es waren schon einige mehr! Man stand also in der Reihe. Wir waren drei Personen, also konnte man sich abwechseln zu stehen. Es verstrichen die Stunden. Wie im Orakel vom Olymp auferstandene Offizielle, brachten den Saftladen zum Laufen, irgendwie. Nach einer gefuehlten Ewigkeit – die Que verenderte sich kaum - rief einer nach Inhabern von Boardcards fuer gecancelte Fluege. Ihm nach sollte man sich bewegen. Das taten wir dann, etwa 200 Personen (ich Habe mal kurz durch gezaehlt) wagten dem Ollen zu folgen. Es ging ab wie ne Rakete, habe mich gefragt, was fuer ein Rennen da gibt. Konnte dem Pulk kaum folgen mit meinen immer noch nicht ganz heilen Beinen… Es ging! Was mich getrieben hat, weiss ich heute noch nicht – aber ich wollte nach Kapstadt! Durch lange Gaenge, vorbei an Gates - menschenleer – Treppen tiefer und weiteren Gaengen bildete sich eine weitere Reihe. Wir befanden uns im hintersten Drittel. Aber es ging vorwaerts, langsam, aber es tat sich an der Spitze was. Es war Samstag, der 16. July, ca 15 Uhr. Ein Wunder geschah: Es wurde Wasser in kleinen Flaschen verteilt! Das war aber auch der ganze Service der Flughafenverwaltung…
      Da hat sich doch tatsaechlich jemand was gedacht: Theke mit vorgebautem Kuhgatter, etwa drei Runden lang, dahinter vier fleissige Jungs, die die kommenden Fluege fuellten, dazu emsig Boardcards ausstellten. Meine neuen Freunde erhielten je eine nach Jo’burg, ich den Gewuenschten nach Cape Town. Stolz, so was in Haenden zu haben, eilten wir hoch zu den Restaurants, die mitunter wieder etwas mit Tranksame, gar Bier (!) bestueckt waren. Immerhin hat sich das drei Stundeninder Reihe stehen gelohnt. Aber die Restaurants waren nun umgestellt auf Selbstbedienung, es schien, dass ueber Nacht das Personal knapp geworden war… Die Stimmung hob sich spuerbar – nicht nur bei mir, auch allgemein. Unsere Fluege sollten um 1 Uhr am Sonntag in der Frueh abgehen, Boarding kurz nach Mitternacht, beziehungsweise um halb Eins. Abendessen stand an. Was gibt es: Meat Balls. Nichts weiter? – Nichts weiter. Ich verabschiedete mich vorlaeufig von meinen Freunden, suchte ein anderes Restaurant. Menue: Meat Balls. Verd… Gibt es den nichts anstaendiges zu futtern in dem Stall? Ich beugte mich beim dritten Anlauf dem tollen Angebot und ass Meat Balls. Ich glaube, die brauche ich in naher Zukunft nicht mehr!
      Meine Freunde traf ich verabredungsgemaess auf der Galerie. Wir bereiteten uns auf das Boarding vor, verabaschiedeten uns nach Austausch der Adressen und machten uns fruehzeitig auf zu den zugeteilten Gates. Noch waren die Fluege an den Screens ausgeschrieben, sie blieben es gluecklicherweise.
      Irgendwann kam das Gruecht auf, dass der Flug in Durban enden wuerde und man am King Shaka Airport umsteigen muesse. Es blieb beim Geruecht, gluecklicherweise.

      So kam ich den mit dem dritten Boarding Pass in Haenden, zwei Tage spaeter als geplant, doch noch zum Flug nach Durban und Kapstadt. Es verzoegerte sich natuerlich alles, auch herrschte dann ueber Afrika eitel Gegenwind. Aber so um 15 Uhr Ortszeit, am Sonntag, den 17. July 2016, wurde zur Landung in Kapstadt angesetzt. Mir kamen fast die Traenen, als der Touch Down dann endlich bedeutete zuhause zu sein!

      Wenn einer eine Reise tut...
      Cheers
      Battli
      ...aus Somerset West; www.trainmaster48.net
    • Hoi Beat

      Vielen lieben Dank fuer den Erfahrungsbericht.
      Ich muss sagen ich war selbst in Joburg am Flughafen wenigen Stunden vor dem Putsch und habe auch gesehen dass 5 Flieger aus der Gegend massiv verspaetet gemeldet waren oder gar ausgefallen sind.
      Also es gab da schon Dinge die vorher abgelaufen sind definitiv.
      Ich hoffe Brille and Natel sind gefixt mittlerweile?

      Gruss aus Blouberg
      Alex

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