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"Boo Kaap" in Kapstadt

Boo Kaap - Malayenviertel in Kapstadt

Neben der eigenen Kultur der Schwarzen gibt's hier am Kap zwei weitere eigenständige und oft gegensätzliche Kulturen: die aus dem Osten und die aus dem Westen.
Sie sind aus den Einwanderern und Exilanten aus Westeuropa und den Sklaven aus dem östlichen Teil der Erde entstanden.

"Boo Kaap" in Kapstadt

Die Kapmalayen sind Nachkommen jener Sklaven, die seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus Asien kamen. Der Islam kam mit den Vorfahren der "Cape Muslims" ins Land. Seit 1658 hatte die Holländische Ostindische Gesellschaft diese Menschen aus Madagaskar, Indonesien, Ceylon und Indien ans Kap gebracht. Dort aber gab es die Herrschaft nur einer einzigen Religion, die der Niederländisch Reformierten Kirche, die nur nach dem Alten Testament predigte. Erst als Scheich Josef Ende des 17. Jahrhunderts den Koran (angeblich aus dem Gedächtnis) niederschrieb, fand der Islam im Kapland die ersten Anhänger. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die erste Moschee (die in der Dorp Straat) erst 1794 erbaut wurde. Zu dieser Zeit entwickelte sich die "Slamse Buurf" die Moslem Gemeinschaft, unterhalb des Signal Hills, das heutige Malay-Quarter. Es ist recht interessant, einen Bummel durch diesen Teil der Stadt zu machen. Die Häuser sind bunt, die Menschen scheinen aus Tausend und Eine Nacht.

Malaiisch

Entgegen dem Namen kamen aber nur die wenigsten aus Malaysia, die meisten waren Inder und Ceylonesen, viele auch Indonesier. Malaiisch war zu dieser Zeit die Handelssprache in Südasien, so dass der Name darauf zurückzuführen ist. Viele waren geschickte Handwerker, die sich kleine Häuser bauten und dabei auf Bauelemente des kapholländischen und englischen Stils zurückgriffen.

Die Kapmalayen verbindet der islamische Glaube, und sie konnten bis heute ihre kulturelle Identität bewahren.
Sie kämpften bereits während der Apartheidszeit erfolgreich um den Erhalt ihres traditionellen Wohnviertels, so dass schließlich ein Sanierungsprogramm begann, um die zum Teil zu Slums verkommenen Häuser zu retten. Heute wohnen ca. 2.000 Malayen in dem Viertel. Neuerdings werden die zur Waterfront gelegenen Häuser von Yuppies und kleineren Dienstleistungsfirmen in Anspruch genommen.

Boo Kaap - ein Besuch wert!

Die Wohnhäuser gleichen sich sehr, innen wie außen. Außen grenzen meist zwei steinerne Bänke das Grundstück ab, innen ist links der Empfangsraum und rechts das Zimmer mit dem Koranständer zum Beten; dahinter folgen Küche und Hof. Die Kinder schlafen getrennt neben dem Stall. Wenn Sie gut bei Fuß und bereit sind, über das holprige Kopfsteinpflaster zu laufen, dann können Sie sich hier in den steilen Gassen in eine andere Welt begeben. Die Farbe der Häuser, die heute so bunt sind, ist ein Modegag der letzten 20 Jahre; in alter Zeit waren die Gebäude alle grau oder trist graublau.

Die Gegend ist sicher, Sie können hier (bei ein wenig Achtsamkeit) frei herum strolchen und offen fotografieren - bei Personen allerdings sollten Sie erst um Einverständnis bitten...

Essen können Sie hier auch, malayisch, eine ausgesprochen gute Küche, auch für unseren Geschmack - aber Bier und Schnaps und Ihren geliebten Wein dürfen Sie hier nicht erwarten, Alkohol ist strikt tabu.

Coon-Carnival iin Kapstadt

Jedes Jahr am 2. Januar findet der Coon-Carnival statt. Dieses bunte Straßenfest wurde begründet von den Sklaven, die am 1. Januar ihren einzigen freien Tag im Jahr hatten. Während der Apartheidszeit galt der Karneval auch als Sprachrohr der „Nicht-Weißen“, denn was hier gesprochen und gesungen wurde, konnte die Polizei nicht richtig wahrnehmen. Heute ist der Umzug eher ein farbenfrohes Fest mit bunten Kostümen und viel Musik. Der Zug beginnt an der Grand Parade und endet als Musikveranstaltung im Stadium in Green Point.

Bo-Kaap Museum

Das Bo-Kaap Museum befindet sich in einem der ältesten Gebäude Kapstadts, welches noch in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben ist. Direkt im Bo-Kaap-Viertel gelegen, porträtiert das Museum die Cape-Muslim-Kultur, die Kultur der Kap-Malayen. Im Community Centre, im hinteren Teil des Museums, befindet sich eine Sammlung von Karten, Wagen und anderen Gerätschaften. Dort finden auch Feste und Konferenzen statt. Die Broschüre zum Bo-Kaap-Museum gibt umfangreiche Informationen zur Geschichte und Kultur der Moslems am Kap.
71 Wale Street, geöffnet: Mo-Sa 9h30-16h30