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Musik in Kapstadt und Südafrika
Moderne Rhythmen in Südafrika
Vielen bekannt sind noch Namen wie Miriam Makeba, Ladysmith Black Mambazo und andere. Ihre sozialkritisch angehauchten Texte galten während der 1970er und 80er Jahre als Medium des Protestes gegen das Apartheidsregime.
Viele Musiker, darunter vor allem Blues- und Soulsängerinnen, kehrten zu dieser Zeit dem Kapstaat den Rücken und lebten im westlichen Ausland, wo sie ein wesentliches Sprachrohr der unterdrückten schwarzen Mehrheit dartstellten. Doch mit dem Ende der Apartheid zerbrach das ideologische Feindbild, und damit schwanden die Zuhörer sowie auch die Kreativität der Künstler. Die ans Kap zurückgekehrten Musiker beklagten zudem, dass die Kids sie nicht kannten und auch wenig Interesse an Vergangenem hatten. Die Jugend hatte andere Probleme und suchte nach neuen Wegen. Parallelen mit den Jugendlichen aus amerikanischen „Ghettos“, wie z.B. der New Yorker Bronx, wurden immer deutlicher, denn der Rap zog als erstes ein in die Townships.
Musik in Kapstadt und Südafrika
Kwaito
Viele schwarze Künstler, die während der Apartheid in Afrikaans oder Englisch sangen, singen heute in ihren traditionellen afrikanischen Sprachen und es entwickelte sich ein spezieller südafrikanischer Musikstil, Kwaito genannt. Bekannte Repräsentanten dieser Musikrichtung sind Brenda Fassie, die mit ihrem Song Weekend Special - allerdings in Englisch gesungen - sogar die britischen Charts erreichte.
In nur wenigen Jahren entwickelte sich dann die Musikrichtung am Kap weiter: der Kwaito, eine Mischung aus House, Rhythm & Blues, HipHop und afrikanischen Klängen. Entstanden ist der Kwaito, als die Kapstädter DJs die westlichen 45er-Platten langsamer laufen ließen. Die Interpreten dieser Musikrichtung sind ausschließlich Sänger, denn sie haben nie die Möglichkeit besessen, selbst das Spielen eines Instruments zu erlernen. Zudem haben die Computer ihnen vieles abgenommen. Hervorgekommen aus den Townships, bildete sich die wirtschaftliche Grundlage aber in den Musikkneipen, CD-Läden und Studios im Kapstädter Szeneviertel Observatory, von wo aus der Kwaito seinen Siegeszug bis hin nach Europa und Amerika begann. Er steht heute für den Wunschtraum schwarzer Südafrikaner, aus den Ghettos auszubrechen und eine musikalische Karriere zu machen. Damit ist er ohne Zweifel das neue Sprachrohr der südafrikanischen Jugend und drückt ihr Lebensgefühl aus. Bekannte Musiker sind die Bands Dantai und TKZee.
Wer nun aber erwartet, diese Musikrichtungen in den Pubs und Musikkneipen Kapstadts live zu erleben, wird oft enttäuscht. Kwaito wird selten live gespielt, und auch Mango Groove tritt fast nie auf. Einzig die Drum-Cafés ausfindig zu machen lohnt sich. Lesen Sie dazu die Szeneblätter und fragen sie nach. Bestimmte Adressen an dieser Stelle zu nennen, ist kaum möglich, da diese Szene zu schnell wechselt.
Mandoza - Nkalakatha (Kwaito-Musik)
Mandoza - Sgelekeqe (Kwaito-Musik)
© South Africa Tourism
Traditionelle Musik Südafrikas
Doch auch die „traditionelle“ afrikanische Musik ist wieder im Kommen. Sog. Drum-Cafés öffnen überall ihre Tore. Trommeln, oft in Trance, gilt als trendy, wird aber zumeist von der weißen Jugend praktiziert. Dabei vermischen sich südafrikanische Rhythmen mit denen aus Westafrika. Dabei sollte man noch hinzufügen, dass die westafrikanischen Rhythmen ihrerseits in vielen Punkten von lateinamerikanischen Klängen beeinflusst wurden.
Livemusik in Kapstadt
- Das Quay 4 (Tel.: (021) 419-2008) an der V&A Waterfront bietet nahezu täglich stimmungsvolle Livemusik, wenn auch weniger guten Jazz (für den des öfteren hier geworben wird).
- Das Green Dolphin im Victoria & Alfred Hotel (Waterfront) gilt als das beste Jazzlokal der Stadt. Tel.: (021) 421-7471.
- Konkurrenz macht ihm das Manenberg’s Jazz Café im Clock Tower Center (Waterfront, Tel.: (021) 421-5639), das aber nur ein moderner Abklatsch des legendären und leider geschlossenen Manenberg’s in der Innenstadt ist. Die Atmosphäre ist einfach zu schick.
- Im Mama Africas Restaurant (178 Long Street, Tel.: (021) 426-1017) sorgen afrikanische Rhythmen für den richtigen „Drive“ beim Verzehr des Krokodil-Ragouts. Die Livemusik können Sie auch bei nur einem Drink in der angeschlossenen Bar genießen.
- Kennedy’s Cigar Bar (251 Long St., Tel.: (021) 424-1212) bietet nahezu jeden Abend Jazz.
- La Med: Victoria Rd, Glen Country Club, Clifton. Zwischen Clifton und Camps Bay, Tel.: (021) 438-5600. Livemusik an Wochenenden. Absoluter „In“-Club (am Strand) bei Leuten unter 30. Motto: sehen und gesehen werden.
- The Crypt Jazz Bar: St. George’s Cathedral, 1 Wale St., Innenstadt, Tel.: (021) 424-9426. Urige Jazzbar in den Gewölben unter Tutu’s Kathedrale. Hier gibt es auch Speisen. Musik wird unregelmäßig geboten, doch Akustik und Atmosphäre stimmen.
- Sonntags Jazz-Lunch Table Bay Hotel an der Waterfront (Tel.: (021) 406-5000) bzw. im Winchester Mansion Hotel (221 Beach Rd, Tel.: (021) 434 2351).
- The Drum Café: 32 Glynn St., District Six, Tel.: (021) 461-1305. Wie im Infokasten beschrieben, erfreut sich Trommelmusik immer größerer Beliebtheit. Freitags treten hier professionelle Bands auf, und an den anderen Tagen dürfen Freiwillige ihre Künste ausprobieren. Trommeln können ausgeliehen bzw. am Tag auch gekauft werden. Zudem werden Trommelkurse angeboten, meist montags und mittwochs nach 20h30. Das Motto: „Trommeln Sie sich die Seele aus dem Leibe“.
- In der Lower Main Rd (Ecke Trill St.) in Observatory, nahe dem Uni-Viertel. Hier treten in kleinen Bars und Clubs Bands auf, meist Rock oder moderne Rhythmen.
- Viele weitere Lokale und Institutionen bieten oft Livemusik und kündigen dieses in den Veranstaltungsblättern an. Beliebt sind z.B. die Konzerte in den Kirstenbosch Botanical Gardens (Tel.: (021) 761-4916), die täglichen Auftritte im Hanover Street Jazz Club im Grand West Casino (Hanover Street, Goodwood).
- Marienberg's Jazz Café - Ecke Adderly und Church Str. - In entspannter Athmosphäre kann man 7 Tage die Woche Live-Jazz hören, oft gibt es auch interessante Jam-Sessions.
Tipp
- Das Cape Town International Jazz Festival: Internet: www.capetownjazzfest.com, Tickets bei Computicket (in jeder großen Mall). Hochklassige Jazz-Veranstaltung, die über zwei Tage geht und i.d.R. im International Congress Centrum stattfindet. Die Musiker kommen nicht nur aus Südafrika, sondern reisen aus der ganzen Welt an.

