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Das Kap der Guten Hoffnung
Kap der Stürme / Kapstadt
Seit Bartolomeu Diaz 1488 auf der Suche nach einem Seeweg nach Asien das Kap als erster Europäer entdeckt hat, spinnen sich Wahrheiten, Geschichten, Tragödien und Sagen um diesen geographisch sowie kartographisch auffälligen Punkt. Diaz geriet hier in einen Sturm und nannte das Kap sodann „Kap der Stürme“. „Südlichster Punkt Afrikas“ und „dort, wo sich die zwei Ozeane treffen“ sind weitere und auch heute noch die gängigsten, wenn auch falschen Attribute, die dem Kap der Guten Hoffnung sowie dem benachbarte Cape Point anhaften. Beides trifft natürlich auf das 140 km südöstlich gelegene Cape Agulhas zu, doch das interessiert hier wenige, denn schon die ersten Seefahrer haben dieses Kap als den Wendepunkt bezeichnet. Sobald das felsige, oft im Nebel verhüllte und sturmanfällige Kap der Guten Hoffnung umrundet war, hatten sie es geschafft.
Das Kap der Guten Hoffnung
Diaz folgte 1497 bereits der nächste Entdecker, Vasco da Gama, der im Jahre 1488 auf dieser Reise auch Indien erreichte. Beiden Seefahrern wurde im heutigen Nature Reserve jeweils ein Monument gewidmet, Diaz in Form eines christlichen Kreuzes (Replik des von ihm errichteten Kreuzes) und da Gama in der eines Navigationsmals.
Flying Dutchman
Die weltbekannte Legende um den „Flying Dutchman“ („Fliegender Holländer“) findet ebenfalls hier ihre Wurzeln. Denn der Kapitän dieses holländischen Schiffes, Hendrik van der Decken, schwor 1680 bei stürmischer See, „dass er das Kap umrunden würde und wenn er auf die Hilfe des Teufels zurückgreifen müsse“. Doch auch dieser konnte (oder wollte) ihm nicht helfen, und der „Flying Dutchman“ verschwand ohne Spuren, war von nun aber dazu bestimmt, immer wieder im Nebel aufzutauchen – fliegend und mit zerstörten Aufbauten und Segeln –, um andere Seefahrer zu warnen, vielleicht auch, um sie zu erschrecken. Seither behaupten Seefahrer immer wieder, das sagenumwobene Schiff gesichtet zu haben, unter ihnen auch der spätere englische König George V. Daran, dass die Warnung auch heute, in den Zeiten moderner Navigationstechniken, noch Bedeutung hat, erinnern zahlreiche Schiffswracks an den Ufern des Nature Reserve, das letzte stammt von 1972. Von einige Wracks sind immer noch Überreste zu sehen.
Nature Reserve
1939 wurde das nahezu 8.000 ha großes Areal am Kap zu einem Nature Reserve erklärt und untersteht mittlerweile der Nationalparkbehörde, die große Teile der Kaphalbinsel unter Naturschutz gestellt hat. Das Nature Reserve weist zwischen Schuster’s Bay im Nordwesten und der Smitswinkel Bay an der False Bay über 40 km Uferlinie auf. Die Grenze im Landesinneren misst 13,5 km.
Sehenswert:
- die einzigartige Fynbos-Vegetation mit Orchideen, Proteen und Erikaceen, die sich über die hügelige Landschaft verteilt.
- Die Tierwelt hat zwar weniger Bedeutung (nährstoffarmer Bewuchs am Kap), doch beeindrucken die Elanantilopen, Bergzebras, Baboons, Dassies, Schildkröten, Echsen, Strauße, Bunteböcke und andere Bockarten schon. Es gibt auch giftige Schlangen, so die Puffotter und die Kobra, wobei diese sich schnell verziehen, wenn sie fremde Geräusche wahrnehmen. Achten sollten Sie aber auf die Baboons, die nicht nur neugierig sind, sondern auch angriffslustig. Sie hocken oft an der Straße, schließen Sie also Ihre Fenster und vor allem: Füttern Sie sie nicht!
- Die Vogelwelt zählt 150 Spezies.
- Strandabschnitte, besonders an der False Bay, locken bestimmte Wasserratten an.
Nehmen Sie sich mindestens 3 Stunden Zeit für das Nature Reserve. Fahren Sie zuerst (und möglichst früh!) zum Cape Point und erkunden das Terrain dort. Anschließend sollten Sie zum Cape of Good Hope fahren und schließlich Zeit aufsparen für eine Wanderung, z.B. entlang des Shipwreck-Trails am Olifantsbos Point oder/und eine Bade- bzw. Picknickpause an der Buffels Bay. Vielleicht sehen Sie ja Wale in der False Bay, wenn diese sich hier auch weiter entfernt vom Land tummeln als z.B. nördlich von Simon’s Town, in Hermanus bzw. im De Hoop Nature Reserve.
Nähere Informationen zum Good Hope Nature Reserve
- Aussichtspunkt hinter dem Eingang
- Veld (Field) Museum & Info-Center
- Cape Point
- Rooikrans
- Cape of Good Hope
- Diaz Cross
- Buffels Bay
- Bordjiesrif / Kanonkop / Black Rocks
- Gifkommetjie
- Olifantsbos Bay
Redaktions-Tipps
- Halten Sie als erstes am Veld (Field) Info-Center und besorgen Sie sich dort die für Sie interessanten Info-Broschüren, die Ihnen die Erkundung erleichtern werden.
- Früh zum Cape Point fahren, da ab mittags die Reisebusse kommen
- Nehmen Sie warme und wetterfeste Kleidung mit, denn es stürmt oft am Kap, und Regen bzw. Nebel sind auch nicht selten.
- Die Seitenstraßen sind weniger befahren, und auch die Wanderwege werden nur von einem kleinen Teil der Parkbesucher genutzt.
Information
Das eigentliche Info-Center befindet sich am großen Parkplatz am Cape Point (13 km vom Gate). Selten besetzt und eher informativ im Sinne der Erläuterung der Natur ist das kleine Veld (Field) Info-Center (7,2 km vom Gate) an der Hauptstraße, ein Stück nördlich der Abzweigung zur Buffels Bay sowie dem Diaz Cross.


