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Constantia Valley bei Kapstadt
Weinanbaugebieten südlich des Tafelberges
Steenberg Wine Estate
Das älteste Weingut Südafrikas. Die Cape-Dutch-Gebäude gehen zurück bis auf das Jahr 1682. Die erste Besitzerin kam übrigens 1662 hierher. Sie stammte aus der Hansestadt Lübeck. Angeschlossen sind ein erstklassiges Restaurant und eine wunderschöne 18-Loch-Golfanlage (s.a. S. 252), die sich nur die Hotelgäste, eingetragene Gäste und 200 Clubmitglieder teilen. Führungen über das Weingut und kurze Wanderwege gibt es auch, müssen aber angemeldet werden.
Da das Anwesen erst seit Anfang der 1990er-Jahre wieder als Weingut genutzt wird, lohnt ein Besuch z.Zt. im Grunde nur wegen der Gebäude und des erstklassigen Restaurants. Die Weinfelder produzieren zwar schon einen erstklassigen Wein, doch fehlt ein wenig die „Stimmung“ eines historischen Weingutes, denn im Vordergrund stehen Hotel und Golfanlage.
Als nächstes passieren Sie an der M42 die Zufahrt zur Tokai Estate, dessen wunderschönes Herrenhaus von 1795 – ebenfalls von Thibault entworfen – aber leider nicht zu besichtigen ist. Wein wird hier auch nicht produziert. Das Anwesen wird zudem seit 1999 aufgeteilt und mit Eigentumswohnungen besetzt. Einzig wer für eine gute Geldanlage etwas tiefer in die Tasche greifen mag, ist hier richtig.
Steenberg Rd (M42), Öffnungszeiten/Touren: nur nach Voranmeldung; Wein testen: Mo–Fr 9–16h, Sa 9–12h
Buitenverwachting
„Jenseits aller Vorstellungen“ – so verrät uns bereits der Afrikaans-Name – ist die Qualität der Weine dieses Gutes. Doch auch die majestätische Eichenallee, das vorzügliche Restaurant (unter den „Top Ten“ Südafrikas) sowie das alte Herrenhaus mögen beeindrucken. Wer hier über Mittag zu Besuch ist, sollte sich unbedingt für das legendäre „Picknick-Lunch“ unter den schattigen Eichen (vorher!) anmelden (Tel.: (021) 794-1012).
Ein Blick hinter die Kulissen zeigt auch, dass Buitenverwachting ein Vorreiter auf dem sozialen Sektor ist. Seine Arbeiter erhalten Lohn und werden nicht, wie auf anderen Gütern noch üblich, teilweise noch in „Naturalien“ ausgezahlt. Zudem werden die Unterkünfte regelmäßig gepflegt und renoviert, einmal pro Woche ein Arzt geschickt sowie zwei Sozialarbeiter gestellt. Neue Angestellte bedürfen zudem der Zustimmung des Personals. Und wer sich schließlich noch Gedanken macht über die Qualität des Weines, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass alle Anbauflächen und Weine streng nach neuesten, ökologischen Richtlinien behandelt werden.Das Management setzt sich also für viele Dinge ein, die in Südafrika noch weit von der „Normalität“ entfernt sind. Und das, obwohl Mitte der 1990er Jahre eine Riesenherde Paviane über 60 % der Ernte vernichtet hat und die Erträge aus dem Verkauf des großenteils auf Weißwein spezialisierten Gutes nicht soviel abwerfen, wie die der überwiegend Rotwein produzierenden Konkurrenten. Die oft aber Maßstäbe setzenden Spitzenweine scheinen sich mittlerweile einen so guten Ruf geschaffen zu haben, dass diese Sorge nur von geringer Bedeutung zu sein scheint.
Klein Constantia Rd, Öffnungszeiten/Touren: Nur nach Voranmeldung. Wein testen: Mo–Fr 9–17h, Sa 9–13h.
Klein Constantia
1716 hervorgegangen aus der Aufteilung von Constantia (s.u.), war die Anbaufläche dieses Gutes aber kleiner als die der beiden anderen Anwesen und erhielt somit seinen Namen. Das Herrenhaus im Cape-Dutch-Stil wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut, ist schön, aber weniger opulent als das des größeren Bruders. Auch Klein Constantia ist bekannt für seine Weißweine, besonders für die süßen, die in Südafrika gerne als Dessertweine gereicht werden. Als Knüller unter diesen Weinen kann wohl ohne Zweifel der „Vin de Constance“ bezeichnet werden, der einem Wein aus dem 18. Jahrhundert nachempfunden wurde, den Napoleon und Friedrich der Große schon zu schätzen wussten. Ein Hauch von Muskat gibt diesem feinen Tropfen den besonderen Touch. Ebenfalls gut und etwas günstiger ist der „Cabernet Sauvignon“.
Klein Constantia Rd, Öffnungszeiten/Touren: Mo–Fr 9–17h, Sa 9–13h.
Groot Constantia
Eines der schönsten Beispiele des kapholländischen Baustils stellt das Herrenhaus des Weingutes Groot Constantia dar. Inmitten einer anmutigen Landschaft gelegen, umgeben von Weingärten und schattigen Bäumen, kann man leicht nachempfinden, weshalb viele Europäer gerne im Kapland geblieben sind. Dieses viel gelobte Weingut wird natürlich heute von sämtlichen Veranstaltern in und um Kapstadt angelaufen. Wundern Sie sich also nicht über die enormen Touristenströme und die Vermarktung des Gutes.
Sehr schön ist der kleine, Sa+So stattfindende Antique & Collectables Market, auf dem Sie neben Silber und Porzellan auch Münzen und Briefmarken finden. Sehr ausgesucht.






