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Die Wirtschaft von Südafrika
Link-Tipp
- Haushaltsplan 2005/2006
- Link-Sammlung (Politik, Wirtschaft, Ausbildung u.v.m.)
- Aktueller Wechselkurs und Währungsentwicklung
- Die Wirtschaft von Südadfrika
Wirtschaft in Südafrika
Trotz eines Wirtschaftswachstums im Jahr 2003 um 3% zeigt sich Südafrika eher verhalten. Durch politische und gesellschaftliche Probleme, wie hohe Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Korruption, Auswirkungen von HIV/Aids und die Bildungsunterschiede im Land entstehen Spannungen, welche sich auf die wirtschaftliche Situation auswirken. Die Regierung versucht , diesen Spannungen durch eine weitreichende Umverteilungspolitik entgegen zu wirken. Durch das sogenannte Black Empowerment Programm sollen die während der Apartheid benachteiligten Bevölkerungsgruppen (Schwarze, Coloureds, Frauen und Behinderte) unterstützt werden.
Die Wirtschaft von Südafrika
Kapstadt und die Western Province
Die Western Cape Province mit ihren über 4 Millionen Einwohnern – von denen allein rund 3 Millionen im Großraum der Provinzhauptstadt Kapstadt wohnen – und einer Fläche von rund 130.000 Quadratkilometern verzeichnet die höchste Wachstumsrate und das höchste Pro-Kopf-Einkommen aller Provinzen Südafrikas. Die Schere zwischen Arm und Reich wird jedoch auch hier deutlich: Über 73 % verdienen weniger als 400 Euro/Monat. Die „offizielle“ Arbeitslosenrate liegt bei 30 % Prozent, wobei allerdings täglich eine nicht zu bestimmende Anzahl von Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Townships und von dort weiter in die Industrie- und Innenstadtgebiete strömen. Die wirtschaftliche Gesamtlage ist jedoch trotz mangelnder Groß- und Schwerindustrie im Verhältnis zu anderen Provinzen noch weitgehend gut. Eine Ursache dafür sind sicherlich die breit gefächerten Wirtschaftsbereiche – Landwirtschaft, verarbeitende Industrie, Dienstleistungssektor (inkl. Tourismus), Handel, Banken- und Versicherungswesen –, die auf ein gut ausgebautes Telekommunikations- und Verkehrssystem zurückgreifen können.
Landwirtschaft am Kap
Die Landwirtschaft, die im Obst-, Gemüse-, Blumen- und Getreideanbau und in der Viehwirtschaft (Strauße, Schafe) allein 10 % aller Arbeitskräfte beschäftigt, ist der führende Wirtschaftssektor in der Western Cape Province. Den lebhaftesten Aufschwung seit dem Ende von Handelsboykotten während der Apartheidzeit erlebt vor allem der Weinbau als achtgrößter Produzent in der Welt. Wegen der starken internationalen Nachfrage nach Rotwein entstehen teilweise sogar Engpässe bei der Lieferung, da die Südafrikaner als ehemalige Hauptkonsumenten wegen des warmen Klimas vor allem Weißwein bevorzugten und dementsprechend davon mehr angebaut worden war. Mit ein Grund, weshalb man heute nicht nur im „Weinkeller“ Südafrikas (die nordöstlich von Kapstadt gelegenen Regionen Stellenbosch, Franschhoek, Paarl) viele neu angelegte Weinstöcke sieht.
Handel, Finanzwesen und Dienstleistungen
Den dritten großen Wirtschaftsbereich machen Handel, Finanzwesen und Dienstleistungen aus. Obwohl die Wirtschaftsmetropolen Südafrikas im Nordosten des Landes liegen, verlegen immer mehr Banken und Handelsfirmen ihren Sitz ans Kap der „Guten Hoffnung“. Im Vergleich zu Johannesburg und Durban hat Kapstadt eine immer noch deutlich niedrigere Kriminalitätsrate, was McDonald’s und Woolworth genauso zu schätzen wissen wie IBM, Hoechst, Shell, Elf und BP. Während das 9 Milliarden Rand teure Stahl-Projekt in Saldanha Bay 1998 die regionale Wirtschaft belebte, läuft langsam auch der als das „Silicon Valley of Africa“ geplante Hightech-Park „Capricorn“ in Muizenberg, südwestlich von Kapstadt, an. Auf einer neu angelegten Fläche von über 700.000 Quadratmetern werden hier seit 1999 Industrie- und Forschungszweige angesiedelt. 1,3 Milliarden Rand wurden bereits in die Century City gesteckt, ein nördlich von Kapstadt direkt neben der N1 gelegener Geschäfts- und Bürokomplex (sowie weitere 900 Millionen Rand in die angeschlossene Shopping Mall). Durch Steuervergünstigungen in den Cape Flats angelockt, investierte ein pakistanisches Unternehmen 390 Millionen Rand in eine Textilfabrik im Industriepark von Mitchell‘s Plain und schuf rund 5.000 Arbeitsplätze.
Kaum Bodenschätze
Im Vergleich zum restlichen Südafrika spielen in der Western Cape Province Bodenschätze trotz der in der Mossel Bay neu entdeckten (Offshore-) Gasvorkommen eine relativ geringe Rolle. Wichtigster Energieproduzent ist ein Atomkraftwerk nördlich von Kapstadt, und der Bau eines zweiten wird in Erwägung gezogen. Das internationale Energienetz im südlichen Afrika wurde zu einem Verbundnetz ausgebaut und reicht von Kapstadt bis Zentral-Moçambique (Cabora Bassa). Es sichert die Stromversorgung von Lesotho, Swasiland, Botswana und Namibia und deckt den Spitzenbedarf in Südafrika selbst ab.
Tourismus
Mit durchschnittlich 7,3 Millionen Touristen im Jahr, die rund 1,5 Milliarden Dollar in der Western Cape Province ausgeben, ist der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftssektor geworden – mit steigenden Tendenzen. In Kapstadt hat das z.B. zu einer Verlagerung vieler Restaurants und Geschäfte an die V&A Waterfront nach sich gezogen, die mit jährlich rund 25 Millionen Besuchern auch auf in- und ausländische Touristen große Anziehungskraft ausübt. Damit nun aber auch die Innenstadt wieder für Geschäftsleute und Touristen interessanter wird, wurde die Baugenehmigung eines 1,8 Millionen Rand teuren Kasinos an den Bau des Kanals gekoppelt, der die Waterfront mit dem Stadtzentrum verbindet und Bootsfahrten vom Hafen direkt in den nördlichen Stadtteil bis zum Artscape-Theater ermöglicht.
Trends und Problematiken
Die Zukunft Kapstadts liegt sicherlich im Tourismussektor, der in den letzten Jahren 10–15 prozentige Zuwachsraten pro Jahr hatte, eine Zahl, die sich aber in Zukunft abschwächen wird, da die Marktpotentiale langsam ausgeschöpft sind. Auch der Boom auf dem Immobilienmarkt wird zeitlich begrenzt bleiben, denn mittlerweile ist ein Preisniveau erreicht, das sich nur noch sehr begüterte Südafrikaner und Investoren aus der Ersten Welt leisten können. Ein sicheres Standbein und zukunftsträchtig ist allein der Weinbau, da die Weinqualität international anerkannt ist und die Anbauflächen immer mehr erweitert werden. Der oft gepriesene Fischfangsektor macht zwar 85 % des landesweiten Fischfanges und der Fischproduktion aus, wird aber in Zukunft nur unbedeutend zur wirtschaftlichen Gesamtlage der Provinz beitragen.

