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Die Gesellschaft von Südafrika

Südafrikas Gesellschaft

© South Africa Tourism

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Die Gesellschaft von Südafrika

Arbeitslosigkeit in Südafrika

Auch nach den zweiten freien Wahlen wird das Land von Nullwachstum, niedrigen Auslandsinvestitionen und 6 Millionen Arbeitslosen geplagt. Bei Jugendlichen unter 20 Jahren beträgt die Arbeitslosenquote mehr als 70 %. Im Vergleich dazu: Die Arbeitslosenquote bei Weißen liegt bei 2 %, bei der schwarzen Bevölkerung im Durchschnitt bei 45 %. Obwohl das Wirtschaftswachstum Ende der 90er Jahre im positiven Bereich lag, nimmt die Arbeitslosigkeit unter den Schwarzen aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums weiterhin zu.

Arm und Reich

Zu den größten Problemen Südafrikas zählt heute jedoch nach wie vor die gewaltige Diskrepanz zwischen Arm und Reich. Gleich hinter Brasilien gehören die Einkommensunterschiede am Kap zu den höchsten der Welt. Die nicht-weiße Bevölkerung erwartet nun von der Regierung eine Umverteilung der Besitztümer und eine rasche Verbesserung ihrer Lebenssituation, die jedoch aufgrund knapper finanzieller Mittel nicht ad hoc zu bewerkstelligen ist. Hinzu kommt, dass fast 85 % der direkten Steuern von Weißen erbracht werden, die auch den größten Teil der qualifizierten Fachkräfte stellen. Die neue Regierung muss daher auch auf die Interessen der Weißen Rücksicht nehmen, um deren Finanz- und Arbeitskraft nicht ins Ausland zu vertreiben.

Kriminalität in Kapstadt

Ein großes Problem, das viele Investoren abschreckte, war die ansteigende Kriminalität Ende der 1990er Jahre. Ein deutscher Automobilkonzern machte eine Investition in den Ausbau seines Werkes von der erfolgreichen Bekämpfung der Kriminalität abhängig. Die Ausgaben im Bereich der öffentlichen Sicherheit beliefen sich 1999 auf 23,5 Milliarden Rand (10,8 % des Budgets). Angesichts des nach wie vor drängenden Kriminalitätsproblems ist die Erhöhung der Ausgaben für Polizei, Justiz und Strafvollzugswesen um 4,7 % nach Ansicht von Landeskennern nicht ausreichend. Die notwendige gründliche Umstrukturierung und bessere Bezahlung insbesondere der Polizei sei damit nicht zu erreichen. Inflationsbereinigt steht sogar noch weniger Geld zur Verfügung als im vorherigen Etat. Nach 2002 wurden die Ausgaben für die Sicherheit dann nochmals erhöht bzw. effizienter eingesetzt. Mehr zur Kriminalität HIER!

Ethnische Gruppen in Kapstadt

Als „The rainbow people of God“ (Gottes Regenbogenmenschen) beschrieb der Kapstädter Erzbischof Desmond Tutu die südafrikanische Bevölkerung aufgrund ihrer ethnischen, sprachlichen und kulturellen Vielfalt. Südafrika unterscheidet sich hinsichtlich seiner Bevölkerungsstruktur und -entwicklung grundlegend von den meisten anderen afrikanischen Staaten.

Wichtigstes demographisches Merkmal ist die Zusammensetzung der Bevölkerung aus vier ethnischen Gruppierungen (Schwarze, Weiße, Farbige, Asiaten/Inder), wobei diese Unterteilung per Gesetz von der Apartheidregierung vorgenommen worden war und die von Geburt an nicht Privilegierten von vornherein diskriminierte. Diese Unterscheidung ist im „Neuen Südafrika“ politisch und moralisch nicht korrekt. Dennoch, faktisch existiert sie noch weiter, da heute immer noch weitgehend die sozialen Klassen- mit den Rassengegensätzen übereinstimmen.

Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen Südafrikas stellen einen schnell vor das Problem der Gruppenbezeichnungen, die zudem während der Apartheid ein Politikum waren. Die jeweilige Selbstbezeichnung wäre die einfachste Lösung, würden Übersetzung und Schreibweise in anderen Sprachen dieses nicht erneut komplizieren. Am Beispiel der Farbigen lässt sich dieses verdeutlichen: Die englische Bezeichnung ist coloureds, die offizielle afrikaanische Kleurlinge. Übersetzt ins Deutsche hieße das „Farbige“, wobei dieses im Deutschen jedoch die generelle Bezeichnung für Angehörige anderer Ethnien ist. „Mischlinge“ hingegen erweckt durch die Betonung der Mischung verschiedener Ethnien den Anschein einer negativen Bedeutung und hatte in der Vergangenheit einen eher abschätzigen Beigeschmack.

Sprachen in Südafrika

Um nach Jahrzehnten der Rassendiskriminierung keine Bevölkerungsgruppe zu benachteiligen, existieren seit der Verfassung von 1994 elf offizielle Landessprachen: Afrikaans, Englisch, Ndebele, Nordsotho, Südsotho, Swasi, Tsonga, Twana, Venda, Xhosa und Zulu. Sie lösten die beiden bisherigen offiziellen Landessprachen, Englisch und Afrikaans, ab. Würde man diese Regelung jedoch z.B. im bürokratischen Alltag umsetzen, so liefe das auf unzählige Formulare hinaus. Als überregionale Sprache wird sich daher aller Voraussicht nach Englisch durchsetzen. Schon heute wird im Radio, in Fernsehinterviews, bei Massenveranstaltungen oder im Parlament vorwiegend Englisch gesprochen – im Gegensatz zum burischen Apartheidregime, wo Afrikaans dominierte.

© South Africa Tourism

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Bevölkerungszahl

Nach Angaben der Vereinten Nationen wuchs die Bevölkerung Südafrikas seit 1970 von insgesamt 22,5 auf 43 Millionen Einwohner. Schätzungen sagen für das Jahr 2025 eine Zunahme der Bevölkerung auf über 73 Millionen voraus. Zwischen den einzelnen ethnischen Gruppierungen existieren Unterschiede bezüglich des Niveaus und der Entwicklung von Geburtenhäufigkeit und Sterblichkeit, hinsichtlich der Altersgliederung sowie der räumlichen Bevölkerungsverteilung. Insbesondere zwischen der schwarzen Bevölkerungsmehrheit und der weißen Minderheit gibt es beträchtliche Disparitäten.

Die wichtigsten schwarzen Volksgruppen bzw. Ethnien in Südafrika sind Zulus, Sothos, Xhosas, Tswanas, Shangaan/Tsongas, Swasis und Ndebeles. Die weiße Bevölkerungsstruktur setzt sich hauptsächlich aus den Nachkommen von Niederländern, Briten, Franzosen und Deutschen zusammen, die sich ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in der Kapregion niederließen. Die Farbigen (Coloureds) umfassen zwei Hauptgruppen, die Griquas und die Kapmalaien. Die Griquas sind Nachfahren von Verbindungen zwischen Khoikhoi und Europäern; die Kapmalaien stammen von den früheren Sklaven ab, aus dem süd- und südostasiatischen Raum (Singalesen, Chinesen, Inder, Indonesier und Malaysier). Als Synonym für Farbige wird häufig auch der Begriff Mischlinge verwendet, gilt heute jedoch als politisch unkorrekt. Am homogensten ist die ethnische Struktur der asiatischen Bevölkerung, bei denen es sich fast ausschließlich um die Nachkommen von Indern und nur in geringem Umfang (1 %) um Chinesen handelt.

Die Western Cape Province zählt über 3,65 Millionen Einwohner auf einer Gesamtfläche von 129.370 Quadratkilometern (durchschnittliche 28,2 Einwohner pro Quadratkilometer/11 Prozent der Fläche Südafrikas), die aber zum größten Teil im Großraum Kapstadt leben. Die Bevölkerungsstruktur gliedert sich in 2,1 Millionen Farbige, 870.000 Weiße, 645.000 Schwarzafrikaner und 34.000 Asiaten. Das jährliche Bevölkerungswachstum wird auf 2,3 Prozent geschätzt. Die schwarze Bevölkerung gliedert sich wiederum in eine Vielzahl von Volksstämmen. Nach der Provinz Gauteng (Johannesburg/Pretoria) mit 99,6 Prozent ist die Verstädterung in der Western Cape Province mit 95,1 Prozent am größten.

Religionen in Südafrika

Rund 80 Prozent der Bevölkerung Südafrikas gehören bei geltender Religionsfreiheit und starker konfessioneller Zersplitterung einer christlichen Religion an. Neben zahlreichen Kirchengemeinden und Sekten haben die Afrikaans-sprachigen reformierten Kirchen (z.B. Nedeerduitse Gereformeerde Kerk) mit 3,2 Millionen die meisten Mitglieder (die vier damals „unabhängigen“ Homelands Transkei, Bophuthatsuana, Venda und Ciskei wurden bei der letzten Volkszählung noch nicht mitgezählt), denen mit 2,3 Millionen die röm.-kath. Kirche als größte „etablierte“ Kirche der Schwarzen folgt, dann kommen die Methodisten mit 1,8, die Anglikaner mit 1,2 und die Lutheraner mit 0,8 Millionen Mitgliedern.

Darüber hinaus gibt es rund 4.000 „Schwarze Unabhängige Kirchen“, denen 7 Millionen Schwarze angehören, wie etwa die Zion Christian Church (ZCC), die zu Ostern in Moria, im Nordosten Südafrikas, mit 3 Millionen Gläubigen das größte jährliche Kirchentreffen der Welt veranstalten.

© South Africa Tourism

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Die Zahl der vor allem in der Kapregion ansässigen Muslime (340.000, überwiegend Farbige) steigt wie ihr Einfluss stark, die der Hindu leicht (390.000, überwiegend Inder), die Gemeinde der jüdischen Südafrikaner, die Anfang der Neunziger noch 67.000 Mitglieder umfasste, schrumpft aufgrund von Auswanderung.

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